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Sozialismus des 21. Jahrhunderts - Erfahrungen und Herausforderungen für einen neuen Übergang zu einer nicht-kapitalischen Entwicklung

Im Rahmen des Solidaritätskongresses für Venezuela am 28. und 29. Oktober findet ein europäisch-lateinamerikanischer Austausch zum Thema des Sozialismus des 21. Jahrhunderts statt.


Allgemeiner Kontext

Die Niederlage der revolutionären Bewegung in der Auseinandersetzung mit dem imperialistischen Block im 20. Jahrhundert erfordert heute die Erneuerung bestimmter politischer und theoretischer Ansätze für ein neuerliches Projekt des Übergangs zum Sozialismus. Ausgangpunkt sind die wachsenden antiimperialistischen Auseinandersetzungen, die sich heute jedoch durch unterschiedlichste gesellschaftliche Projekte auszeichnen. Das führt zu der strategischen Frage, inwieweit der Marxismus in der Lage sein kann, einen universalistisch gültigen Vorschlag für ein politisch-soziales Modell, den Sozialismus, zu erarbeiten, das sich als historische Alternative zum nordamerikanischen Imperium und dem globalisierten Kapitalismus positionieren kann.


Die historische Bedeutung des Bolivarianismus

Unter den wichtigsten Punkten des internationalen Widerstandes zeichnet sich die venezolanische Dynamik durch ihre explizite Zielstellung eines Übergangs zum Sozialismus aus. Seit dem Scheitern der Mehrzahl der Versuche des 20. Jahrhunderts, den Kapitalismus zu überwinden, ist Venezuela der erste Staat, der wiederum eine sozialistische Entwicklung anstrebt. Venezuela hat damit den Debatten über ein neues antikapitalistisches Projekt eine entscheidende, praktische Dimension gegeben. Die venezolanischen Erfahrungen, Erfolge und Schwierigkeiten werden somit die theoretischen Neuformulierungen und auch den politischen Raum der sozialistischen Idee im antiimperialistischen Widerstand auf internationaler Ebene in der nächsten Periode entscheiden prägen.


Ziele des Kongresses

Nach den Erfahrungen in zahlreichen internationalen Foren der Antiglobalisierungsbewegung denken wir, dass die Zielstellung der nächsten Zeit sich im Vorschlag des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez auf dem Weltsozialforum in Caracas zusammenfassen lässt: eine alternative antiimperialistische Bewegung zur Koordination der Widerstandsbewegungen. Wir meinen, dass dieser praktische Versuch der Einheit auch Räume für die Vertiefung des politischen Austausches braucht, um Möglichkeiten und Grundelemente eines vereinigenden historischen Projekts trotz der unterschiedlichen sozialen, politischen und kulturellen Realitäten des antiimperialistischen Widerstandes, zu diskutieren.


Im konkreten Kontext der Präsidentschaftswahlen 2006 in Venezuela, der internationalistischen Mobilisierungen zur Verteidigung der venezolanischen Souveränität und der Solidarität mit einem neuen bolivarianischen Mandat des Präsidenten Hugo Chávez, stellt sich der Kongress das Ziel, über eine gemeinsame Diskussion und Reflexion der Erfahrungen, Vorschläge und Herausforderungen des sozialistischen Übergangs in Venezuela die bolivarianische-antiimperialistische Einheit der Oppositionsbewegungen gegen das US-Imperium zu stärken.


Der Kongress soll lateinamerikanische und europäische antiimperialistische Bewegungen, Parteien und Intellektuelle zusammenbringen, um Beiträge zu Themen des Übergangs zu einem Sozialismus des 21. Jahrhunderts auf der Basis der venezolanischen Erfahrung zu erarbeiten. Schwerpunktthemen behandeln folgende Fragen:


Staat und Übergang zur partizipativen Demokratie

Welche Erfahrungen und Konzepte gibt es, um eine neue staatliche Institutionalität zu begründen, die den Ausschluss der Mehrheit des Volkes von der Führung des Staates überwindet? Wie kann die Befähigung des Volkes zur Führung des Staates erreicht werden, um die traditionellen politisch-administrativen Eliten zu überwinden?


Alternative Modelle wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung

Ist das Paradigma der gesteigerten Produktivkraftentwicklung für ein nachhaltiges sozialistisches Projekt aufrecht zu erhalten? Wie kann die Gefahr der Bürokratisierung in einem Wirtschaftmodell der Planung und sozialen Kontrolle verhindert werden? Kann sich eine Nation im Übergang zum Sozialismus von der Diktatur des globalisierten Weltmarktes abkoppeln?


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